Die Öko-Wiesn
Von watzmann | 17. Juni 2011 | Kategorie: Spezial | Keine Kommentare »
Das Oktoberfest in München ist in Sachen Bier- und Volksfest Idol und Vorbild vieler ähnlicher Veranstaltungen auf der ganzen Welt. Auch in Sachen Öko und Nachhaltigkeit hat das Oktoberfest Vorbildcharakter.
Seit Jahrzehnten wird die Landeshauptstadt München rot-grün regiert und daher ist es keine Überraschung, dass auch die weltweit größte Veranstaltung in München einen rot-grünen Charakter eingenommen hat. Öko und Nachhaltigkeit sind Themen, die auf dem Oktoberfest schon lange große Bedeutung haben. Im Jahre 1997 erhielt die Stadt München als Veranstalter der Wiesn den Bundesprojektpreis für das Umweltkonzept für Grossveranstaltungen am Beispiel “Oktoberfest”. Das Umweltkonzept beinhaltet Maßnahmen zur Reduzierung des Abfalls, die Einführung eines Öko-Punktesystems bei der Bewertung der Lieferanten, die Verringerung des Wasserverbrauchs, die Verwendung des Öko-Stroms “M-Natur” und das Angebot von Bio-Wiesn-Schmankerln. Auch das Zulassungsverfahren zur Teilnahme am Oktoberfest wurde um den Punkt “ökologische Verträglichkeit” erweitert. Die Verwendung umweltverträglicher Maßnahmen wird mit sog. Öko-Punkten belohnt. All diese Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes zur Reduzierung des Abfalls sowie des Strom- und Wasserverbrauchs sind vielfältig, aber für den normalen Besucher der Wiesn teilweise kaum zu erkennen.
Zur Vermeidung überflüssigen Abfalls hat die Stadt München schon 1991 ein Verbot von Einweggeschirr und Getränkedosen erlassen. Seitdem sind nur noch Mehrweggeschirr und wiederwendbares Besteck zugelassen. Die Weißwurst zum Frühstück oder die Schweinshaxn und Knödel werden daher zur Maß Bier im Glas stilgerecht auf echtem Geschirr geliefert und nicht auf einem billigen Pappteller. Wo Abfall anfällt, muss dieser so weit wie möglich getrennt werden, größtenteils schon in den Festzelten auf der Wiesn selbst. Für Papier und Kartonagen hat das Oktoberfest seine eigenen Presscontainer. Für Blechdosen, Weiß- und Grünglas gibt es ebenfalls eigene Sammelbehälter, wobei die großen Festzelte ihre eigenen Altglas-Container haben. Küchen- und Speisereste werden natürlich ebenfalls gesondert entsorgt.
Ökostrom ist in München nicht erst seit Fukushima ein großes Thema. Die Stadtwerke München bieten den Schaustellern und Festzelten auf dem Oktoberfest und der Oiden Wiesn besonderen Öko-Strom an, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, insbesondere und ausschließlich aus den SWM-eigenen Wasserkraftwerken in München. Leider nutzen noch nicht alle Schausteller und Festzelte diesen Service. Die Stadt München selbst bezieht den Öko-Strom beispielsweise zur Beleuchtung der Strassen auf der Theresienwiese. Besonders hervorzuheben sind die großen Festzelte Bräurosl, Hacker-Festhalle, Winzerer Fähndl und Löwenbräu, die neben dem Bezug des etwas teureren SWM-Öko-Stroms auch ein besonderes Wasser-Recycling-Projekt eingeführt haben. Das Nachspülwasser der Maßkrug-Spülmaschinen wird hier nicht in den Abwasserkanal geleitet, sondern für die Spülung der Toiletten in den Festzelten verwendet.
In den letzten Jahren hat das Oktoberfest auch die Gewinnung von Sonnenenergie entdeckt. Nachahmenswerte Beispiele sind die Festzelte Schottenhamel und Kaiserschmarrn, wo zur Gewinnung von Sonnenenergie Sonnenkollektoren eingesetzt werden.
