Was man zum Oktoberfestbier wissen sollte

Auf dem Oktoberfest darf nur solches Oktoberfestbier ausgeschenkt werden, das von einer der sechs zugelassenen Münchner Brauereien gem. Münchner Reinheitsgebot von 1487 und mit einer Stammwürze von mindestens 13,5% gebraut wurde.

Das Oktoberfestbier zur Wiesn

Bier trinken auf dem OktoberfestDas Oktoberfestbier wird von den sechs zur Wiesn zugelassenen Münchner Brauereien gem. Münchner Reinheitsgebot von 1487 speziell für das Oktoberfest gebraut und ist mit einem Alkoholgehalt von ca. 6 % alc. etwas stärker ist als das übliche Helle. Der Stammwürzegehalt der Oktoberfestbiere ist ebenfalls etwas höher und beträgt mindestens 13,5 %. Das Oktoberfestbier wird nicht nur in den Festzelten auf dem Oktoberfest ausgeschenkt, sondern in Flaschen auch weltweit exportiert. Es gilt als sehr süffiges und malzbetontes Bier, das hervorragend zum Hendl, Schweinsbraten, Haxn oder zu einer sonstigen bayerischen Brotzeit passt. Alljährlich werden auf dem Oktoberfest rund 7 Millionen Maß Bier getrunken, wobei eine Maß theoretisch 1 Liter Bier enthalten sollte. Theorie und Praxis stimmen jedoch in diesem Fall nicht immer überein, worüber sich insbesondere der Münchner Verein gegen betrügerisches Einschenken und seine Mitglieder ärgern.

Oktoberfestbiere der Münchner Brauereien

Die Oktoberfestbiere der sechs Münchner Brauereien in Flaschen

Münchner Bier auf dem Oktoberfest

Auf dem Münchner Oktoberfest darf nur solches Bier ausgeschenkt werden, das in einer der folgenden sechs Münchner Brauereien gebraut wurde:

  • Augustiner Bräu Oktoberfest Bier (6,0 % vol.),
  • Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen (5,8 % vol.),
  • Hofbräu Oktoberfestbier (6,3 % vol.),
  • Löwenbräu Oktoberfestbier (6,1 % vol.),
  • Paulaner Oktoberfest Bier (6,0 % vol.) und
  • Spaten Oktoberfestbier (5,9 % vol.).

Man könnte zwar meinen, dass die einzelnen Oktoberfestbiere der genannten Münchner Brauereien nahezu identisch schmeckem, aber die Unterschiede sind bisweilen erheblich.

Das Märzen auf dem Oktoberfest

Paulaner OktoberfestbierIm Falle der Münchner Hacker-Pschorr Brauerei trägt das Etikett die Bezeichnung Oktoberfest Märzen. Diese Bezeichnung hat historische Gründe, da in der bayerischen Brauordnung von 1539 noch festgelegt war, dass die bayerischen Brauereien nur zwischen dem Tag des St. Michael (29. September) und dem Tag des St. Georg (23. April) Bier brauen dürfen. Damals gab es noch keine Kühlmaschinen, so dass die in Bayern beliebten untergärigen Biersorten nur bei einer Temperatur unter 10 Grad und unter Verwendung natürlicher Kühlmittel gebraut werden konnten. Das in diesem Zeitfenster gebraute Bier wurde in den Bierkellern der Brauereien gelagert, die regelmäßig im März nochmals mit Eisblöcken bestückt wurden. Auf den bayerischen Herbstfesten wurden dann die letzten Bestände der eingelagerten Märzenbiere ausgeschenkt. Der Legende nach war es der damalige Wiesnwirt Michael Schottenhamel, dem im Jahre 1872 seine Biervorräte zur Neige gingen und deshalb seinen Freund Joseph Sedlmayr von der Franziskaner-Leistbrauerei anhaute, ob dieser ihm noch Bier liefern könnte. Sedlmayr bot ihm ein etwas helleres und süffiges Märzenbier an, das sich bei den Münchnern sofort als der absolute Renner entwickelte. Schon in den nächsten Jahren zogen die anderen Münchner Brauereien nach und brauten bald nur noch dieses helle und süffige Märzen

Marke Oktoberfestbier

Der Begriff Oktoberfestbier ist markenrechtlich geschützt und darf ausschließlich von den oben angeführten Münchner Brauereien genutzt werden, die sich unter dem Verein Münchner Brauereien e.V. organisiert haben und der als Markeninhaber die Aufgabe hat, die Marke Oktoberfestbier gegen eine unerlaubte Verwendung durch Dritte zu schützen. Zuletzt wurde die Wortmarke Oktoberfest-Bier im Rahmen der Berichterstattung über das Mainzer Oktoberfest und im Rechtsstreit um die Bezeichnung Oktobierfest erfolgreich verteidigt.

Das Oktoberfestbier von Augustiner-Bräu

Oide Wiesn - Steinkrug AugustinerDer Ausschank des Oktoberfestbieres erfolgt – mit Ausnahme der Augustiner Festzelte – aus Stahltanks. Nur in den Augustiner Festzelten – Augustiner Festhalle und Fischer Vroni – wird das Oktoberfestbier noch aus hölzernen 200-Liter Fässern ausgeschenkt. Hiermit ist wahrscheinlich auch zu erklären, warum das Oktoberfestbier von Augustiner-Bräu mit großem Abstand als das beste Bier auf dem Oktoberfest gilt. Der jährliche Diskurs über das beste Oktoberfestbier beginnt stets mit der offiziellen Bierprobe der Wiesnwirte, wobei hier ein eindeutiges Votum aus gegenseitiger Rücksicht kaum zu erwarten ist. Gemessen am Alkoholgehalt liegt das Oktoberfestbier von Hofbräuan der Spitze. Das schönste Oktoberfestbier (zumindest in der Flasche) präsentiert die Hacker-Pschorr Brauerei in der Bügelverschlußflasche und dem goldenen Etikett.

Augustiner Oktoberfestbier

Oktoberfestbier von Augustiner-Bräu im Fass

12 Kommentare zu “Was man zum Oktoberfestbier wissen sollte”

  1. […] Hacker-Pschorr Animator, der nur zur Starkbierzeit in München gebraut wird. Das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier ist ein goldfarbenes, untergäriges, typisch bayerisches Spezialbier zum Oktoberfest, […]

  2. […] Oktoberfestbier der Paulaner Brauerei ist neben dem Salvator Doppelbock eine der saisonalen Spezialitäten, das […]

  3. Mathy sagt:

    Es gibt doch 29 Festzelte (14 große und 15 kleine) auf der Wiesen, können sich die jeweiligen Wirte ihre Brauerei selbst aussuchen oder gibt es feste Regeln welche Brauerei welches Zelt beliefert?

  4. […] wird Oktoberfestbier aus der Hacker-Pschorr Brauerei, das neben dem Augustiner zum besten Oktoberfestbier gehört, […]

  5. […] Augustiner Brauerei ist die letzte der Münchner Brauereien auf der Wiesn, die das Oktoberfestbier noch aus traditionellen Holzfässern ausschenkt. Augustiner Festzelt […]

  6. […] Münchner Brauereien war und nicht wiederholt wird. Es wird also auch auf der Oiden Wiesn normales Oktoberfestbier ausgeschenkt, jedoch im klassischen 0,5 Liter […]

  7. Edith-Haberland-Wagner-Stiftung | Typisch München sagt:

    […] nicht verloren gehen. Ein Beispiel ist das Festhalten an den traditionellen Hirschen, in denen das Oktoberfestbier von Augustiner auf die Theresienwiese geliefert wird. Im Februar 2010 feierte Schmid seinen 85. […]

  8. […] Rosenheim. Von den Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest nennt die Hacker-Pschorr Brauerei ihr Oktoberfestbier noch “Oktoberfest […]

  9. […] Märzen (ein bayerisches Märzen mit viel dunklem Malz, eventuell bald als neues Oktoberfestbier auf der Münchner Wiesn zu […]

  10. Oktoberfest München | sanfamedia.com sagt:

    […] Im Schottenhamel gab es 1872 auch das erste Oktoberfest Märzen, aus dem sich das heutige Oktoberfestbier entwickelte, wie wir es heute kennen. Mit der Elektrizität auf der Theresienwiese – erstmals […]

  11. […] Brauereien speziell für das Oktoberfest gebraut, aber auch in Flaschen weltweit exportiert. Das Oktoberfestbier ist mit einem Alkoholgehalt von ca. 6% etwas stärker ist als das übliche Helle und aufgrund des […]

  12. Wiesn Bier – anders, aber guad! | Trachten – Schmuck – Accessoires sagt:

    […] , Lebkuchenherzerl oder Fahrgeschäfte, sondern auch Bierzelte sowie das typische, unverkennbare Wiesnbier. Die Fässer für das größte Volksfest der Welt lager schon in den Kellern der Brauerreien und […]

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